Freundeskreis Nagai vor 40 Jahren gegründet

Neue Impulse für die Partnerschaft

Am 21. Januar 1986 konstituierte sich der „Freundeskreis Nagai“, am 13. Februar trifft der Vorstand zu seiner ersten Sitzung, ab 27. März wird die neue Vereinigung eine Jugendgruppe aus Nagai betreuen, die zu einem mehrtägigen Besuch in die Trompeterstadt und nach Herrischried kommt – der Freundeskreis legt ein Tempo vor, aus dem man schließen kann, daß die Städtepartnerschaft Bad Säckingen – Nagai in naher Zukunft neue Impulse erhalten wird. Allein drei Japan-bezogene Ausstellungen sind in diesem Jahr geplant und auch an Ideen für andere Aktivitäten mangelt es nicht. Über Zielsetzung und konzeptionelle Ideen des neuen Freundeskreises sprach der SÜDKURIER mit der Vizepräsidentin Regine Haußmann.

Der Freundeskreis konstituiert sich zur Förderung zwischen der Bundesrepublik und Japan, insbesondere zur Vertiefung der Partnerschaft zwischen Bad Säckingen und der Stadt Nagai. Diese Zielsetzung führt die Präambel zur Satzung des Freundeskreises an. Ihren Zweck sieht die neue Vereinigung im Ausbau und der Pflege von Kontakten zwischen Bürgern, Vereinen und Institutionen der Schwesterstädte Bad Säckingen und Nagai. Insbesondere soll dabei der Jugendaustausch gefördert werden. Regine Haußmann, die Vizepräsidentin, verdeutlicht diese Aufgabenstellung. „Wir wollen die Stadt bei der Betreuung und Organisation von Besuchen aus Nagai entlasten und auch finanziell helfen. Der Satzung gemäß liegt dabei unser besonderes Augenmaß auf dem Jugendaustausch.

Präsident des Kreises ist Joachim Uhlir, Schriftführerin wurde Mathilde Schwarz, Kassenwart ist Hans-Jürgen Meier und als Beisitzer fungieren Dr. Rudolf Schmidt aus Rickenbach, Bürgermeister Dr. Nufer und Kulturreferent Klaus Schuldis. Die Mitgliedschaft steht jedermann offen. Der Jahresbeitrag wurde auf 24 Mark festgesetzt. Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen die Hälfte.

Die Mitgliedsbeiträge sind vorerst die einzige Einnahmequelle des Freundeskreises. Bei derzeit 24 eingeschriebenen Mitgliedern können freilich keine Einnahmen in einer Höhe erwartet werden, die die Durchführung von regelmäßigen Aktivitäten erlauben. Der Freundeskreis hofft deshalb auch auf die finanzielle Unterstützung von Personen und Einrichtungen, die sich der Freundschaft mit der japanischen Partnerstadt verbunden fühlen.

Ungeachtet der Mittelsituation hat der Freundeskreis Nagai bereits ein vorläufiges Programm für 1986 geplant: Seine Schwerpunkte sind bereits drei Ausstellungen. Schon am 2. März wird in der Villa Berberich eine Ausstellung mit alten japanischen Holzschnitten eröffnet. Zu sehen sind Werke, die das Rietberg- Museum Zürich zur Verfügung stellt. Am 29. März wird im Schloßpark Pavillon eine Nagai-Ausstellung eröffnet, die der Präsident Joachim Uhlir vorbereitet und die neben Gastgeschenken aus Japan auch anderes Informationsmaterial über Nagai zeigen wird.in der zweiten Jahres-hälfte plant Regine Haußmann in der Villa Berberich eine Schau, die in die Kunst des Blumensteckens, dem japanischen Ikebana, einführen soll.     

Jugendgruppe aus Nagai kommt im März

Die Förderung des Jugendaustauschs wird ebenfalls schon im März einen ersten Höhepunkt erfahren. Am 27. März trifft in der Trompeterstadt eine Delegation aus jungen Sportlern aus Nagai ein, die in Herrischried Skiwettkämpfe und in Wehr Schwimmvergleichskämpfe austragen werden. Der Freundeskreis wird sich an der Betreuung der jungen Sportler aus Nagai beteiligen.

Soweit die konkreten Vorhaben. Regine Haußmann denkt sich über die fest terminierten Programmpunkte hinaus und hat dabei wiederum den Jugendaustausch im Auge: „Zwei junge Bad Säckingerinnen sind mittlerweile in Japan gewesen. Ich könnte mir vorstellen, daß jetzt Nagai zwei Jugendliche zu einem längeren Aufenthalt nach Bad Säckingen entsendet. Vielleicht könnte man einen Jungkoch finden, der im Kurmittelhaus eine japanische Woche organisiert. Ich denke auch an einen jungen Bäcker, der in hiesigen Fachbetrieben hospitiert – die deutsche Backkunst ist in Japan sehr geschätzt.

Eine Hürde, die es bei allen Vorhaben zu nehmen gilt, bleibt freilich die Finanzierung. So rätseln die deutschen Gastgeber auch noch darüber, wie Nagai die Mittel für die Entsendung der Sport- und Jugendgruppe aufgebracht hat. Es wird vermutet, daß dabei auch der „Freundeskreis Nagai Bad Säckingen“ zur Seite stand. Dieser Freundeskreis besteht schon sehr viel länger als sein neues deutsches Gegenstück und zählt inzwischen rund 150 Mitglieder. gn